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Warum

Ungewollt kinderlos - Warum?



Das Wichtigste: Ihr könnt nichts dafür! Der unerfüllte Kinderwunsch nimmt vor allem in der westlichen Welt immer mehr zu. In Deutschland spricht man inzwischen von jedem siebten Paar, das ungewollt kinderlos ist. Das ist schwer zu glauben, denn nur wenige sprechen offen darüber. Und doch nimmt die Zahl der Paare, die sich medizinisch bei der Erfüllung ihres Herzenswunsches helfen lassen müssen, jedes Jahr zu.



Unfruchtbarkeit ist nicht nur ein Problem der Frau

Während man vor einigen Jahrzehnten noch der Meinung war, dass Kinderlosigkeit immer an der Unfruchtbarkeit der Frau liegt, hat sich diese Ansicht bis heute grundlegend geändert. Bei „nur“ 40 Prozent der betroffenen Paare verursacht die Frau die Kinderlosigkeit. Zu 40 Prozent sind auch beim Mann gesundheitliche Ursachen zu finden. In 10 Prozent der Fälle sind beide Partner von einer Störung betroffen und in weiteren 10 Prozent lässt sich mit dem heutigen Stand der Medizin trotz intensivster Untersuchungen nicht klären, warum keine Schwangerschaft eintritt.



Ursachen

Die Ursachen, dass ein Wunschkind auf sich warten lässt, können hormonell oder organisch bedingt sein – lassen sich aber meistens behandeln. Bei der Frau ist das Ausbleiben der Regelblutung oder ein sehr unregelmäßiger Zyklus oft ein Hinweis auf einen fehlenden Eisprung oder eine gestörte Reifung der Eizelle. Oft sind die Ursachen organischer Natur: verschlossene Eileiter, Myome, Verwachsungen, Endometriose oder Zystenbildung.
Beim Mann liegt es häufig an schlechter Spermienqualität. Aber auch ein Verschluss der Samenleiter, Entzündungen oder Spermien-Antikörper der Frau können die männliche Fruchtbarkeit einschränken. Selten werden auch, unabhängig vom Geschlecht, bestimmte Autoimmunerkrankungen als Ursache für die Unfruchtbarkeit diagnostiziert.

Dies sind die neun häufigsten Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit, die 3000 betroffene Paare in einer Befragung nannten:

31 % Spermien
25 % Hormone (Schilddrüsenerkrankungen, PCO,...)
16 % ungeklärt
8 % Eileiter
7 % Sonstiges (Autoimmunerkrankungen, Chlamydieninfektionen,...)
6 % Endometriose
4 % Fehlgeburten
2 % Zervix
1 % Myome



Alter als Ursache

Manchmal liest man in der Zeitung, dass sogar 60-jährige Frauen noch Kinder bekommen und fragt sich: Wo ist das Problem? Ganz klar: Diese Frauen sind dank einer Eizellspende schwanger geworden. Denn es sind die Eizellen, die bei Frauen im Alter das größte Problem darstellen.
Während sich bei einem Mann die Samenzellen immer wieder erneuern und ca. 72 Tage alt sind, sind die Eizellen der Frau immer so alt wie sie selbst.
Das Alter vermindert die Anzahl der Eizellen und führt zusätzlich zu genetischen Veränderungen, was vor allem bei Frauen ab 35 Jahren zu einer ausbleibenden Befruchtung oder Einnistung der Eizellen führen kann sowie zu vermehrten Fehlgeburten.

Während die Schwangerschaftsrate bei einer Frau bis 35 Jahre bei etwa 30 Prozent liegt, sinkt sie bei einer 40-Jährigen auf unter 20 Prozent und bei einer 43-Jährigen auf nur noch 10 Prozent (Daten aus dem Deutschen ivf-Register, Schwangerschaftsrate bei einer Reagenzglasbefruchtung).



Definition von Sterilität

Grundsätzlich gilt: nicht gleich die Hoffnung aufgeben, wenn es nach vier oder fünf Monaten noch nicht auf normalem Wege geklappt hat. Jeder sollte wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg eintritt, selbst unter optimalen Bedingungen nur bei etwa 30 Prozent pro Zyklus liegt. Erst nach etwa einem Jahr ausbleibendem Erfolg spricht man von Sterilität und sollte einen Frauenarzt oder eine Kinderwunschklinik aufsuchen. Die bessere Wahl ist sicherlich der direkte Weg in die Kinderwunschklinik, da der unerfüllte Kinderwunsch beide Partner betrifft und hier die Spezialisten zu finden sind.



Behandlungsmöglichkeiten

Der erste Schritt ist immer ein Gespräch mit dem Arzt und die sogenannte Basisdiagnostik. Dabei werden bei einer Frau die Hormone über einen ganzen Zyklus kontrolliert inklusive Ultraschalluntersuchungen. Gleichzeitig sollte der Mann ein aussagekräftiges Spermiogramm machen lassen und zwar bevor bei der Frau weitere komplizierte Untersuchungen stattfinden.

Wenn der Arzt nachhelfen muss, sind Behandlungen mit Medikamenten zur Eizellreifung üblich, Operationen, um Eileiter wieder durchlässig werden zu lassen, Inseminationen mit dem Sperma des Partners (oder eines Spenders), IVF (Reagenzglasbefruchtung) oder ICSI (ein Samen wird in die Eizelle injiziert). Da die Behandlungen nicht bei allen Paaren erfolgreich sind, entscheiden sich einige Paare zur Adoption oder Eizellspende (letzteres ist in Deutschland nicht erlaubt!).



Emotionale „Nebenwirkungen“

Unfruchtbarkeit ist eine sehr belastende und gravierende Lebenskrise, ähnlich schmerzhaft wie der Verlust einer nahestehenden Person. Depressionen können sich über eine lange Zeit hinziehen, erfordern Verständnis vom Partner und der Familie, von Freunden und Bekannten, will man diese einweihen. Manche Betroffene beschreiben Unfruchtbarkeit als die größte Ohnmachtserfahrung ihres Lebens.